augen auf augen zu
Wir öffnen unsere Augen mit unserer Geburt und schließen sie mit unserem Tod. In der Zeit dazwischen öffnen und schließen sich die Augenlider unmerklich ca. 18.000 Mal am Tag. Leben passiert. Älterwerden auch.
Mit „Augen auf, Augen zu” – ein Duett der Tänzerinnen Bit Rodemund (53) und Simone Gisela Weber (35) richtet situation productions den Blick auf Formen und Themen des Alters und Alterns. Dabei steht die unmerkliche Verschiebung der äußeren Zuschreibungen rund um das schleichende Älterwerden sowie die Betrachtung desselben als andauernder Prozess im Vordergrund. Innerhalb der tänzerischen Annäherung zweier Generationen und durch vielstimmige Aussagen und Textpassagen verwandeln sich Lebensfragen eines Menschen rund um das Älter werden in eine poetische Choreografie der Nähe.
STIMMEN ZUM STÜCK
Tessa Theisen: “Im feinen Spiel zwischen den Tänzerinnen überträgt sich auf die Zuschauer:innen eine Dringlichkeit, die Notwendigkeit der Involvierung, des Gemeint-Seins – was manchmal schwer auszuhalten ist: Unser eigenes Leben von außen zu betrachten, durch ein Vergrößerungsglas, im Lachen auf einer Audioaufnahme oder in einem zusammenfallenden Kartenhaus.”
Fang Yun Lo: “Das auffälligste Stilmittel der Inszenierung ist das Stapeln von großformatigen Pappen, während die Tänzerinnen aufwärts zählen – eine einfache, aber wirkungsvolle Visualisierung der verstreichenden Zeit. In der zweiten Hälfte verschieben sich dieselben Kulissen wie Fokussierlinsen und bilden nach und nach das Bild einer alten Küche. Die Verwandlung ist vielschichtig, cinematografisch und emotional bewegend und hinterlässt einen bleibenden Eindruck beim Publikum.”
theresa: “Das Stück hat mich sehr berührt. Auf humorvolle und feinsinnige Art zeigt es eine weibliche und moderne Perspektive zum transformativen Prozess des Älterwerdens. Gerade die leisen Töne in diesem Stück – wie Augenzwinkern, aufeinander zugehen und auseinander gehen von zwei Menschen – sind in Ihrer Art so authentisch, dass sie den Zuschauer ergreifen.”
tina: “Als Zuschauerin hat mich „Augen auf, Augen zu“ überraschend tief bewegt und mir einen neuen Blick auf mein eigenes Altern eröffnet. Die behutsame, zugleich humorvolle Art, mit der das Thema auf die Bühne gebraucht wurde, fühlte sich zugänglich und leichtfüßig an. Während des Stücks begann ich darüber nachzudenken, welche Erwartungen ich selbst an Jugend und Jugendlichkeit habe. Die Perfomerinnen transportierten ein intensives Wechselspiel an Emotionen: von ängstlichen Erwartungen bis hin zu ironischer Gelassenheit. Damit hat das Stück mir Mut gemacht, Veränderungen bewusster und mit mehr Neugier entgegenzutreten.”
vio: “Die Auseinandersetzung mit der Thematik des Älterwerdens in unserer Gesellschaft hat die wichtigen Aspekte aufgegriffen, mit welchen sich vermutlich sehr viele weiblich gelesene Personen im Laufe ihres Lebens konfrontiert fühlen. Ein gelungener Abend, der die Thematik klar und unverstellt auf die Bühne gebracht hat.”
Trailer
video recording: Konrad Behr & Paul Lissner
video & trailer editing: Konrad Behr
16.10.2025: premiere . HELLERAU-EZK Dresden
17./18.10.2025: shows HELLERAU-EZK Dresden
Künstlerische Leitung + Choreographie: Anna Till
Dramaturgie + textentwicklung: Nora Otte
text: ulrike feibig
Musik: Johannes Till
Bühne + Kostüme: Konstanze Grotkopp
Licht + video + technische leitung: Martin Mulik
Produktionsleitung: Ulrike Melzwig
social media: Josefine Simonsen
Tanz + Choreographische Mitarbeit: Brit Rodemund . Simone Gisela Weber
Interviewpartner:innen (zu hören): Julia Amme . Christina Ciupke . Katja Erfurth . Konstanze Grotkopp . Nora Otte . Josefine Luka Simonsen . Petra Steinert . Anna Till . Ursina Tossi
Weitere Interviewpartner:innen: Nicole Dietze . Martin Mulik . Brit Rodemund . Irene Sieben . Johannes Till . Simone Gisela Weber . Jugendcompany fabrik Potsdam
info EZK hellerau
kritik tanznetz . 17.10.2025 . rico stehfest
Eine Produktion von Anna Till/situation productions in Koproduktion mit HELLERAU — Europäisches Zentrum der Künste, Dresden.
Gefördert durch die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen. Diese Maßnahme wird kofinanziert aus Steuermitteln auf Grundlage des vom Sächsischen Landtag verabschiedeten Haushalts. Gefördert durch die Landeshauptstadt Dresden, Amt für Kultur und Denkmalschutz. Präsentiert und unterstützt von der Ostsächsischen Sparkasse Dresden und HELLERAU-EZK Dresden. Unterstützt von fabrik Potsdam.
photos I André Wirsig, Adam Dreessen
video recording I Konrad Behr & Paul Lissner
video & trailer editing I Konrad Behr